Der St. Peter Loop steht als markante Form auf der St. Peter Wiese. Die Großform nimmt in Norden die Geschossigkeit des Diehl Gebäudes auf und treppt sich nach Süden in Richtung der Sonne ab. Ergeben hat sich die Loop-Form durch Analyse der Windbewegung sowie des vorhandenen Wegenetzes. Der Baustein wurde so platziert, dass im Süden ein Windschatten entsteht, welcher nun Ort für gemeinsam genutzte Freiräume wird. Auf der sogenannten Kiezwiese sollen Retentionsbecken, Obst- und klimaresiliente Bäume zentrale Prinzipien der Schwammstadt aufgreifen und für ein wohltuendes Mikroklima sorgen. Die Loop-Struktur hat außerdem ein besonderes Element, den Klimafilter. Dieser ist vor allem an der nach Süden hin orientierten Fassade angebracht und besteht aus Polycarbonat-Elementen, welche im Sommer den Wind passieren lassen und im Winter geschlossen werden können, um beispielsweise Pflanzen zu überwintern. Auch soll sich der umlaufende Laubengang von den Bewohner*innen angeeignet werden und zum Aufenthalt genutzt werden. Ein weiteres Element des St. Peter Loops ist die Terrassierung, welche auf jeder Ebene Außenräume generiert, die Platz für Besucher*innen und Bewohner*innen bietet. Die Filterstruktur schafft außerdem einen Gradienten zwischen Innen und Außen bzw. zwischen öffentlich und privat. Die Erdgeschosszone soll durch Gewerbe wie ein Café und einen Coworking-Space aktiviert werden und so das Quartier beleben.
Im St. Peter Loop gibt es im Inneren Freiräume, welche vor allem durch die Bewohner*innen belebt werden und mittels Beeten und Grillplätzen bespielt werden. Er liegt relativ geschützt und ist als eine Art geschütz-
ter Rückzugsort angedacht. Im Äußeren orientieren sich die Freiräume in Richtung Süden, um die Sonnen-
einstrahlung bestmöglich nutzen zu können. Neben der Kiezwiese bieten kleinteiligere Flächen im Südosten
Platz zum Spielen, Entspannen und Arbeiten. Die Bepflanzung ist in Lilatönen gehalten und geplant sind La-
vendelsträucher und hitzebeständige Fliedersträucher zusammen mit verschiedenen Gräserarten. In der nordöstlichen Ecke des Quartiers gibt es eine Kletterwand, welche zusammen mit dem gegenüberliegenden Quartiersgym die Sportecke des Quartiers ausbildet. Ein Calisthenicsbereich, ein Trinkwasserbrunnen und eine Box für Geräte sollen die Hobbysportler dazu motivieren, die lokalen Sporteinrichtungen zu nutzen.
Gebäudeorganisation Der Baukörper ist ein massives Volumen, welches in Richtung Süden durch den Filter aufgebrochen wird. Das Gebäude wird hauptsächlich im Norden erschlossen und wird zudem im Osten durchbrochen, um die vorhandene Wegeführung fortzusetzen.
Die Architektur wird durch drei Treppenkerne bzw. Aufzüge erschlossen und ist in fünf Stockwerke unterteilt,
welche um jeweils eine Wohneinheit auf beiden Seiten zurückspringen.
Im Erdgeschoss findet Wohnen, Gewerbe und Arbeiten statt, in den Stockwerken darüber gibt es einen Mix aus Clusterwohnungen, studentischem Wohnen sowie experimentellen Wohntypologien wie Atelierwohnungen. Die Atelierswohnungen sind im Süden des Blocks angeordnet und charakterisieren sich durch schmale, in die Länge gezogene Grundrisse, welche in der Mittelzone einen dienenden Raum entstehen lassen, welcher zum Lagern von Leinwänden und anderen Kunstgegenständen dient.