Berlin steckt in einer grundlegenden Wohnungsfrage.
Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, Neuvermietungen sind teuer und
die Suche nach einer geeigneten Wohnung wird für immer mehr
Menschen zum Problem. Dies betrifft Familien ebenso wie Einzel-
personen, Studierende, Wohngemeinschaften, ältere Menschen oder
Menschen mit besonderen Anforderungen an Barrierefreiheit und
Pflege.
Die mittlere Angebotsmiete lag 2025 bei 15,78 EUR/m². 2016 waren
es noch 9,00 EUR/m². Gleichzeitig wurden 2024 rund 15.000 Woh-
nungen fertiggestellt, während ein erheblicher Bauüberhang geneh-
migter, aber noch nicht realisierter Wohnungen bestand. Die Woh-
nungsfrage ist deshalb nicht nur quantitativ. Sie ist auch typologisch,
wirtschaftlich und räumlich.
Die übliche Antwort auf Wohnungsmangel lautet: mehr bauen.
Gleichzeitig verfügt die Stadt über einen enormen Bestand an
Gebäuden, Tragwerken, Infrastrukturen und bereits verbauten Res-
sourcen.
HOUSE OF PARTS stellt deshalb eine andere Frage:
Was wäre, wenn ein Teil des benötigten Wohnraums nicht neu ge-
baut, sondern aus dem bereits Gebauten entwickelt würde?
Das Studio untersucht nicht das leere Grundstück, sondern das vor-
handene Gebäude. Nicht Abriss und Ersatz bilden den
Ausgangspunkt, sondern Weiterbauen, Aneignen, Reparieren, Er-
gänzen, Umnutzen und Wiederverwenden.